Feuerkultur

Die Entdeckung des Feuers zu Heizzwecken liegt lange zurück. Schon der Neandertaler genoss die Möglichkeit, sein Essen über den lodernden Flammen des Feuers zuzubereiten und sich daran zu wärmen. Zudem ermöglichte erst das Feuer die Besiedlung kalter Regionen und hielt wilde Tiere fern.

Wann genau der Mensch begann, das Feuer kontrolliert einzusetzen, ist nicht ganz klar. Experten vermuten, dass dies erstmals vor 1,8 Mio. Jahren dem Homo erectus gelang. Das natürlich entstandene Feuer hielt er als Lagerfeuer in Gang und nahm es mit in seine Höhlen. Wie man es selbst entzünden konnte, lernte er vermutlich erst später.

 

Das Feuer wurde zum gesellschaftlichen Mittelpunkt der Menschen. Bis tief in die Nacht konnte gemeinsam um die Feuerstelle gesessen und Kulte ausgeübt werden. So konnte auch die Entwicklung der menschlichen Sprache vorangetrieben werden, was wiederum das gemeinschaftliche Leben bereicherte.

Das frühzeitliche Lagerfeuer entwickelte sich nach und nach mit den Luxusansprüchen der Menschen zu einer immer komfortableren „Feuerstelle“, die in der Lage war, die entstehenden Rauchgase über den Schornstein aus dem Gebäude zu leiten. Das noch „häusliche Lagerfeuer“ stand meist zentral in der Mitte des Raumes. 

Erst etwa im 15. Jahrhundert begann man, die Rückwand des Kamins mit gusseisernen Platten zu versehen, die vor der Hitze des Feuers schützen sollte und zugleich Wärme abgab. Die Idee des heutigen Kaminofens war geboren.

 

Auch im 21. Jahrhundert ist diese tiefe Sehnsucht des Menschen nach natürlicher Wärme und Geborgenheit nicht erloschen: Feuer wärmt und gibt den eigenen vier Wänden eine Seele. Nicht selten ist der Kaminofen der Mittelpunkt des Hauses. Er sorgt nicht nur für ein wohliges Raumklima, sondern entlastet bei kühleren Temperaturen so manches Mal die Heizung.

Ökologisch und umweltfreundlich soll es heute aber sein. Und so erwacht mit der Klimakrise auch eine neue Ära dieser menschengemachten „Feuerkultur“. Immer mehr Hausbesitzer setzen daher auf Energie aus nachwachsenden Rohstoffen, wie beispielsweise Holzpellets oder Holzbriketts aus regionalen Rohstoffen. Denn regionale Holzbrennstoffe legen keine langen Transportwege zurück, schonen wertvolle Ressourcen und stärken die Heimat.