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Holzpellets: eine Form des Upcyclings

Aus Sägeresthölzern wird ein Biobrennstoff

Anders als fossile Brennstoffe wie Kohle, Gas oder Öl ist Holz ein nachwachsender Rohstoff. Da Holzpellets komplett aus Sägeresten verarbeitet werden, ist ihre Herstellung ein klassischer Fall von Upcycling: Holzreste von Sägewerken werden zu einem hochwertigen Biobrennstoff mit einem hohen ökologischen Nutzen verarbeitet.
Aber was genau ist eigentlich Upcycling, wie unterscheidet es sich zum Recycling und was genau ist eigentlich Downcycling?

Eine Definition von Upcycling
“Aus Alt mach Neu´” ist die Idee hinter Upcycling. Genau genommen, ist Upcycling die Umwandlung von ausgedienten Materialien, die zur Zerstörung oder Entsorgung bestimmt sind, wie beispielsweise Plastikflaschen, Papier, Konservendosen, Metall, Altkleider, Verpackungsfolien etc.
Ziel ist, aus ihnen neue Produkte oder Gebrauchsartikel von höherem Wert oder einem verbesserten ökologischen Nutzen herzustellen, wie Taschen, Wohnaccessoires, Möbel usw.
Nicht selten entstehen Upcyclingprojekte vor allem in Entwicklungsländern, weil es dort keine Abfallwirtschaft bzw. Recyclingmöglichkeiten gibt. Es entstehen nicht nur nützliche Produkte, sondern der Müll wird beseitigt und gleichzeitig die lokale Wirtschaft gestärkt.

Der Unterschied zwischen Upcycling, Downcycling und Recycling
Upcycling erhöht den Wert oder verbessert den ökologischen Nutzen des Ausgangsmaterials, während Recycling dessen Wert vermindert. In vielen Fällen ist das, was wir als Recycling betrachten, eigentlich Downcycling. Letzteres bedeutet, dass das Ausgangsmaterial in ein Produkt mit etwas geringerem Wert umgewandelt wird. 
Wenn dieser Stoff wiederverwertet wird, entsteht daraus zwar neues Papier, das ist dann aber weniger weiß und glatt als das neue, frisch hergestellte Papier. Deswegen wird Altpapier entweder nur zu Klopapier verwertet oder als qualitativ minderwertigeres Papier zu einem günstigeren Preis verkauft. Deswegen nennt man „Recycling“ meist auch „Downcycling“, da der Wert des Produktes durch die Verarbeitung sinkt. Beim Upcyling hingegen, steigert man den Wert des Ausgangsprodukts, weil etwas Neues, Höherwertiges entsteht.

Beispiele für Downcycling und Recycling
Ein weiteres Beispiel für Downcycling sind Altkleider, die nicht mehr tragbar sind und dann zu Putzlappen oder in geschredderter Form als Dämmmaterial zum Einsatz kommen.
Auch der Recyclingvorgang von Plastik oder Kunststoff ist streng genommen Downcycling, da bei der Weiterverarbeitung die Kunststoffmoleküle brüchig werden. Daraus können zwar neue Plastikflaschen hergestellt werden, doch es wird dabei nur ein kleiner Anteil des ursprünglichen Produkts genutzt. Die restliche Menge wird zu Granulat downgecycelt, um daraus neue Plastikteile herzustellen.

Aus Resthölzern wird Energie zum Heizen. Und Ökostrom.
Für die Herstellung von Holzpellets muss kein einziger Baum gefällt werden.
Um diesen nachhaltigen Biobrennstoff herzustellen, werden ausschließlich Reste verwendet, die bei der Verarbeitung von Holz entstehen, und normalerweise entsorgt werden würden.
Bei der Herstellung von Schnittholz arbeiten Sägewerken in mehreren Schritten:  Zunächst wird die Baumrinde entfernt und anschließend der Stamm zu Schnittholz verarbeitet. Dabei fallen sogenannte Sägenebenprodukte – insbesondere Hackschnitzel und Sägespäne an. Und das ist eine ganze Menge: das Rohstoffpotenzial allein aus Sägenebenprodukten beträgt 6 bis 7 Millionen Tonnen laut dem Deutschen Pelletverband (DEPV). 

Nachwachsender Brennstoff mit viel Wumms
Diese “Holzreste” werden bei den Sägewerken eingekauft und in Pelletwerken zu Holzpellets verarbeitet: Zuerst werden die Rohstoffe, wie Sägemehl und Hachschnitzel, zu einer einheitlichen Masse homogenisiert und dann zu kleinen Zylindern verpresst, die man Holzpellets nennt. Durch ihren sehr hohen Heizwert können diese schließlich zur effizienten Energiegewinnung eingesetzt werden. Manche Pelletanlagenbetreiber erzeugen sogar Strom aus Biomasse und speisen diesen in das Stromnetz ein, um damit Tausende Haushalte mit Ökostrom zu versorgen.

Holzpellets: Kleine solare Kraftpakete
Die etwa drei Zentimeter kleinen Holzpresslinge sind wahre Kraftpakete, die die solare Strahlungsenergie der Sonne gespeichert haben. Denn die Basis des Materials waren einmal Pflanzen, besser gesagt Bäume. Wie alle Pflanzen wandeln sie die bei der Photosynthese über die Blätter oder Nadeln aufgenommene solare Energie in chemische Energie um, die im Holz gespeichert ist. Werden die Holzpellets später in einem Pelletkessel oder -ofen verbrannt, wird die gespeicherte Energie in Form von Wärme wieder frei. Holzpellets enthalten also die „Kraft der Sonne“ und sind somit ein echtes Upcyclingprodukt.

Fazit
Jede Form der Wiederverwertung, ob nun Upcycling, Downcycling oder Recycling, ist gut für das Klima und die Umwelt. Denn es werden wertvolle Ressourcen gespart. 
Die Produktion von Holzpellets ist eine besonders wertvolle Form von Upcycling, da durch das Verpressen der Sägeresthölzer ein hochwertiger Energieträger entsteht, der nahezu CO2-neutral ist. Denn das gesamte CO2, das bei der späteren Verbrennung der Pellets im Ofen oder in der Pelletheizung freigesetzt wird, wurde beim Wachstum des Baumes zuvor aus der Atmosphäre geholt. Es ist also ein geschlossener und nachhaltiger Kreislauf.

 

von Jasmin Pfeiffer

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